Kennst du das? Du bekommst eine Arbeit zurück, siehst die Note, bist kurz genervt … dann sagst du dir: „Okay, nächstes Mal lerne ich einfach mehr“ – und steckst die Arbeit weg.
Beim nächsten Test passiert fast dasselbe: Andere Aufgabe, gleiche Fehler. Mega frustrierend.
Genau hier kommt Fehleranalyse ins Spiel. Nicht als Extra-Strafe, sondern als Abkürzung: Weg vom „einfach mehr lernen“ – hin zum „gezielt das Richtige lernen“.
1. Was Fehleranalyse NICHT ist
Fehleranalyse heißt nicht:
einmal kurz über die Arbeit drüberfliegen
ein paar Kreuze anschauen
die Note hinnehmen und die Arbeit im Ordner verschwinden lassen
Das bringt dir höchstens schlechte Laune – aber kein Wachstum.
Fehleranalyse heißt:
du findest heraus, WARUM etwas schiefgelaufen ist
du erkennst Muster („Ah, schon wieder Text nicht richtig gelesen“)
du leitest konkrete Schritte ab, damit es beim nächsten Mal anders läuft
Kurz gesagt: Fehleranalyse ist wie ein Navi. Es zeigt dir, wo du falsch abgebogen bist – damit du beim nächsten Mal anders fahren kannst.
2. Die 3 wichtigsten Fehlerarten (und warum das wichtig ist)
Nicht alle Fehler sind gleich. Wenn du alle in einen Topf wirfst, lernst du daran kaum etwas.
1) Verständnisfehler
Du hast das Thema nicht richtig verstanden.
Beispiel: Du verwechselst Ableitung und Stammfunktion oder weißt nicht, welche Formel du nutzen musst.
2) Leichtsinnsfehler / Unsauberkeit
Eigentlich wusstest du es, aber:
Vorzeichen vertauscht
Rechenfehler
Zahl falsch abgeschrieben
Das sind die „Aua, ernsthaft?!“-Fehler.
3) Lese- und Strukturfehler
Du hast die Aufgabe nicht richtig gelesen oder die Teilaufgaben nicht klar sortiert.
Beispiel: „Nur den Term angeben“ – und du rechnest noch drei Schritte weiter und verhedderst dich.
Warum das wichtig ist?
Weil jede Fehlerart eine andere Lösung braucht:
Verständnisfehler → Erklärung + gezielte Übungsaufgaben
Leichtsinnsfehler → langsamere Rechenschritte + Kontrolle
Lesefehler → Markieren, unterstreichen, Zwischennotizen
3. So machst du eine echte Fehleranalyse (5 Schritte)
Mach das am besten 1–2 Tage nach der Arbeit, wenn die erste Frust-Welle vorbei ist.
Schritt 1: Überblick verschaffen
Schau dir erst die Arbeit als Ganzes an: Welche Aufgaben liefen gut, welche gar nicht?
Markiere dir mit einem Stift: gute Aufgaben, schwierige Aufgaben
Schritt 2: Fehler markieren
Gehe Aufgabe für Aufgabe durch und markiere JEDE Stelle, an der du Punkte verloren hast
Schreibe daneben kurz warum, z. B. „Rechenfehler“, „falsche Formel“, „Aufgabe falsch gelesen“
Schritt 3: Fehler in Kategorien einteilen
Nimm ein Blatt und mache drei Spalten:
„Verstanden nicht?“
„Rechen-/Leichtsinnsfehler“
„Aufgabenstellung / Struktur“
Trage zu jeder Spalte die Fehler ein, die dazu passen. So siehst du schnell: Wo verlierst du die meisten Punkte?
Schritt 4: Lösungsstrategie festlegen
Zu jeder Kategorie überlegst du dir passende Gegenmaßnahmen:
Verständnis: „Erklärvideo schauen + 5 typische Aufgaben zum Thema rechnen“
Rechenfehler: „Beim nächsten Mal letzte 5 Minuten nur zum Kontrollrechnen einplanen“
Lesefehler: „Jede Aufgabe zuerst mit Textmarker unterstreichen: Was ist gegeben? Was ist gesucht?“
Schritt 5: Mini-Trainingsplan daraus machen
Schreibe dir für die nächste Woche 2–3 konkrete Übungen auf, die direkt zu deinen Fehlern passen.
Zum Beispiel:
„2x pro Woche 4 Gleichungen langsam und sauber lösen“
„1x pro Woche 5 Textaufgaben ganz bewusst lesen & markieren“
4. Deine korrigierte Klausur = dein Lernplan (vor allem in Mathe)
Gerade in Mathe bauen die Themen aufeinander auf: Lineare Funktionen → Quadratische Funktionen → Ableitungen → Kurvendiskussion → Integrale …
Wenn du an einer Stelle hängenbleibst und die Lücke offen lässt, holt dich das später wieder ein.
Genau deshalb ist deine korrigierte Klausur oft dein bester Lernplan:
Sie zeigt dir schwarz auf weiß, wo deine Lücken sind
Du siehst, welche Aufgabentypen du noch nicht sicher beherrschst
Du erkennst, welche Rechen- oder Lesefehler sich ständig wiederholen
Viele machen den Fehler: Schlechte Note → Arbeit schnell wegheften → nicht mehr anschauen, weil es weh tut.
Das Problem: Wenn du die Arbeit wegdrückst, drückst du auch die Chance weg, es beim nächsten Mal besser zu machen. Und langfristig verlierst du den Anschluss, weil die neuen Themen auf dem alten Stoff aufbauen.
Besser: Sieh die korrigierte Klausur als eine Art persönlichen Lernplan:
Markiere die Themen/Teilaufgaben, bei denen du viele Punkte verloren hast
Schreib dir daneben: „Hier muss ich nacharbeiten!“
Mach dir genau daraus deine Übungs-Liste für die nächsten Wochen
Beispiel: Du merkst nach deiner Analyse:
60 % deiner Punkte gehen durch Rechenfehler verloren
30 % durch falsches Lesen
10 % durch „ich check das Thema nicht“
Dann musst du NICHT 10 Stunden lang alles neu lernen. Du musst vor allem:
langsamer und sauberer rechnen
Aufgabenstellungen bewusster lesen
nur EIN Thema nochmal richtig erklärt bekommen
Das ist viel realistischer – und du merkst: „Ich bin nicht komplett schlecht – ich verliere nur ständig Punkte an denselben Stellen.“ Und genau DAS kannst du ändern.
5. Deine Mini-Aufgabe für heute
Such dir eine alte Arbeit oder einen Test aus (am besten Mathe, aber jedes Fach geht).
Mach dann Folgendes:
Markiere jede Stelle, an der du Punkte verloren hast.
Schreibe daneben kurz den Grund (z. B. „Vorzeichenfehler“, „Formel verwechselt“, „Aufgabe nicht zu Ende gelesen“).
Erstelle dir darunter drei kleine Listen:
Verständnisfehler
Leichtsinnsfehler
Lesefehler / Struktur
Schreibe dir zu JEDER Liste EINE konkrete Maßnahme auf, die du ab jetzt ausprobieren willst.
Beispiele:
„Letzte 5 Minuten nur zum Kontrollrechnen nutzen“
„Jede Aufgabe zuerst mit Textmarker bearbeiten“
„Zu Thema X nochmal ein Erklärvideo schauen + 3 Aufgaben dazu machen“
Wenn du das machst, bist du deinen Mitschülern schon einen riesigen Schritt voraus – denn die meisten stecken ihre Arbeiten einfach weg und machen beim nächsten Mal wieder dieselben Fehler.
Du nicht.
Fehleranalyse hilft dir dabei, endlich gezielt zu lernen statt immer nur „mehr“ zu lernen. Aber mal ehrlich:
– Wenn du nach jeder Mathearbeit denkst: „Ich hab doch gelernt – warum ist es wieder schiefgegangen?“
– wenn du dieselben Fehler ständig wiederholst (Vorzeichen, falsche Formel, Aufgabe falsch gelesen …)
– wenn du die korrigierte Arbeit am liebsten ganz hinten im Ordner verschwinden lässt, weil’s einfach weh tut …
… dann liegt es meistens nicht daran, dass du zu wenig machst. Sondern daran, dass du aus deinen Fehlern keinen klaren Plan ableitest.
Genau da setzt Fehleranalyse an:
Statt nach der Note einfach weiterzumachen, schaust du dir an, WARUM du Punkte verloren hast – und was du konkret ändern musst, damit es beim nächsten Mal besser läuft.
Und wenn du dabei nicht alleine rumprobieren willst, sondern einen roten Faden brauchst:
ABI-KURSE (roter Faden + Prüfungsstrategie)
In meinen Abi-Kursen bekommst du nicht nur Erklärvideos, sondern auch die typischen Aufgabentypen und Schritt-für-Schritt-Lösungen – damit du in der Prüfung weißt, wie du vorgehen musst.
Wenn du dieses oder nächstes Jahr Abitur schreibst und …
– du nicht mehr planlos „irgendwas“ üben willst,
– du endlich verstehen willst, welche Fehler du machst und wie du sie abstellst,
– du das Gefühl haben willst: „Okay, ich weiß, was ich jetzt konkret trainieren muss.“
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Wenn du passend zur Fehleranalyse Aufgaben brauchst, mit denen du genau deine Lücken schließt, dann sind meine Skripte perfekt:
Kompakte Erklärungen, typische Abiaufgaben und vollständige Musterlösungen – ideal zum Wiederholen, Üben und Sichererwerden.
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